BRK fordert volle Finanzierung für Migrationsberatungsstellen

Veröffentlicht am 04.05.2017

 

Aktionswoche zur Integration von Flüchtlingen zum Welt-Rotkreuztag am 8. Mai

 Zum Weltrotkreuztag fordert das Bayerische Rote Kreuz bessere Bedingungen zur Integration von Flüchtlingen und verlangt deshalb mehr Geld für die Migrationsberatungsstellen. „Für eine gelingende Integration bleibeberechtigter Flüchtlinge ist eine entsprechende Unterstützung nötig, sagt Brigitte Meyer, BRK-Vizepräsidentin. „Sprachförderung und individuelle Beratungen. Das bieten wir in unseren Migrationsberatungsstellen.“ Obwohl Einigkeit darüber besteht wie wertvoll die Arbeit der Beratungsstellen ist, finanzieren Bund und Länder nur 80 Prozent der Kosten. „Das hat zur Folge, dass ein Berater pro Jahr bis zu 300 Fälle betreuen muss. Mit dieser Situation dürfen unsere Mitarbeiter nicht allein gelassen werden.“ Dabei sei es das Ziel der Bundesregierung ein Verhältnis von einem Betreuer zu 150 Fällen. Die Berater helfen Menschen nach der Anerkennung bei der Suche nach Sprachkursen, Arbeit, Wohnung oder ärztlicher Versorgung sowie bei dem Familiennachzug. „Nach der Aufnahme und der Anerkennung von Flüchtlingen, müssen Anstrengungen zur Integration folgen“, mahnt Wolfgang Obermair, stellvertretender Landesgeschäftsführer.

 

Unter dem Motto „Schützen und Integrieren!“ will das Bayerische Rote Kreuz (BRK) beim diesjährigen Weltrotkreuztag am 08. Mai 2017 mit einer Aktionswoche bis zum 12. Mai gezielt für Mitmenschlichkeit für geflüchtete Menschen werben. Laut Wolfgang Obermair ist die Bereitschaft jedes Einzelnen zur Unterstützung geflüchteter Menschen gefragt: "Wir wollen mit unseren Initiativen Möglichkeiten aufzeigen, wie sich jeder Einzelne noch stärker  engagieren kann." So gibt es beim BRK eine Vielzahl von Möglichkeiten für ehrenamtlichen Einsatz.

 

Gleichzeitig weist das BRK darauf hin, Flüchtlinge nicht als Belastung anzusehen und verweist auf Berechnungen des McKinsey Global Institute (MGI). Meyer: „Flüchtlinge könnten künftig zum Wohlstand in Europa beitragen.“ Von 2025 an könnten, nach Berechnungen der Forscher, Flüchtlinge jährlich 60 bis 70 Millionen Euro zum EU-Bruttoinlandsprodukt beisteuern.

 

Zur besseren Eingliederung von Flüchtlingen in den Alltag, in die Schulen und in den Arbeitsmarkt unterhält das Bayerische Rote Kreuz zahlreiche Dienste und Angebote. Darunter sind beispielsweise:

 

 

    • Die Initiative für traumatisierte Flüchtlinge in den Orten Straubing, Würzburg und in Deggendorf.

 

    • Asylsozialberatungsstellen.

 

    • Gesundheitsprojekte.

 

    • Schwimmkurse.

 

    • Stellen zur Koordinierung von Freiwilligen.

 

    • Gemeinsam mit UNICEF wurde ein Schutzprojekt für geflüchtete Frauen und deren Kinder ins Leben gerufen.

 

    • Dank einer Spende können modulare Fortbildungen für Erzieherinnen und Erzieher mit dem Blick auf traumatisierte Kinder angeboten werden.

 

    • Viele Familien sind auf der Flucht auseinandergerissen worden, über den Suchdienst des Roten Kreuzes können sie wieder zueinanderfinden.

 

 

 

 

Rotkreuzbegründer Henry Dunant am 8. Mai 1828 geboren

 

Am Montag, 8. Mai 2016, dem Weltrotkreuztag, gedenkt die rund 100 Millionen Mitglieder starke Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung des Geburtstags von Rotkreuzbegründer Henry Dunant am 8. Mai 1828.

 

Der Kaufmann Dunant, vor 176 Jahren in Genf geboren, legte den Grundstein für die internationale Rotkreuzbewegung. Eine Geschäftsreise führte ihn im Sommer 1859 in die Lombardei. Hier geriet er am 24. Juni 1859 auf das Schlachtfeld von Solferino. Am Abend nach der entscheidenden Schlacht des italienischen Unabhängigkeitskrieges zwischen den verbündeten Truppen Frankreichs und Sardiniens auf der einen und Österreichs auf der anderen Seite lagen mehr als 40.000 Tote und Verwundete unversorgt auf dem Schlachtfeld.  Spontan organisierte der  Zivilist Dunant  Hilfe für die Verwundeten jeder Nationalität. Zentrum des freiwilligen Helferdienstes wurde die Stadt Castiglione; hier wurde der Gedanke des Roten Kreuzes geboren.

 

1862 veröffentlichte Dunant das Buch „Eine Erinnerung an Solferino“, das er an Weggefährten, an einflussreiche Persönlichkeiten im In- und Ausland sowie an die wichtigsten Staatsführer Europas verschickte. Mit großem Erfolg. Dunants Idee der Kriegsverwundetenhilfe, ein absolutes Novum zu dieser Zeit, stieß auf uneingeschränkte Zustimmung. Der Schweizer Advokat Gustave Moynier bot Dunant über die „Genfer Gemeinnützige Gesellschaft“ die Möglichkeit, seine Idee zu verwirklichen. Aus der Gesellschaft heraus entstand am 9. Februar 1863 ein bevollmächtigter Ausschuss, das spätere „Internationale Komitee vom Roten Kreuz“. Vom 8. bis zum 28. August 1864  fand die historisch gewordene Genfer Konferenz statt. 12 Staaten unterzeichneten die Genfer „Konvention zur Verbesserung des Schicksals der verwundeten Soldaten  im Felde“. Der Weg der Rotkreuz-Idee um die Welt hatte begonnen.

 

Am Weltrotkreuztag wird vor allem an die seit Gründung der Organisation geltenden Grundsätze erinnert: Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Unabhängigkeit, Neutralität, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität.  Als Teil der weltweiten Rotkreuzbewegung ist das Bayerische Rote Kreuz  unverzichtbar für das Gemeinwesen im Freistaat. BRK-Vizepräsidentin Brigitte Meyer: „Ob Kinder, Jugendliche, ältere oder pflegebedürftige Menschen, Flüchtlinge oder Unfallopfer, für sie alle ist das Bayerische Rote Kreuz da – zu jeder Zeit mit bestmöglicher Hilfe.“

 

 

 

 

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