Flüchtlingshilfe - BRK-Team vom Einsatz als Zugbegleiter zurück

Veröffentlicht am 15.09.2015
von links nach rechts: Holger Frieß, Tobias Feser, Dr. Marion Nüllen, Florian Keil

Nach einem 26 Stunden Einsatz sind die BRK-Einsatzkräfte wieder in Aschaffenburg angekommen. Nach dem Eintreffen am gestrigen Montagvormittag (14.09.) in München war geplant einen Zug nach Düsseldorf zu begleiten. Aufgrund der dortigen unklaren Situation wurde dieser Zug jedoch abgesagt. Die Mannschaft war jederzeit Einsatzbereit, da sie in ständigen Kontakt über Digitalfunk mit dem Gemeinsamen Einsatz- und Lagezentrum (Gelz) stand. Am frühen Nachmittag wurde der Gruppe ein Abendzug zugeteilt.

 

Um 18.29 Uhr ging es los und der Sonderzug, der auch auf Nebenstrecken fährt, startete mit 450 Flüchtlingen.

 

Das Ziel war zu Beginn noch unklar, es hieß der Zug fährt nach Düsseldorf oder Dortmund, erst im Laufe der Fahrt konkretisierte sich das Ziel mit Düsseldorf-Flughafen. Ulm, Mannheim, Koblenz, Köln wurde ohne Halt passiert.

Ein Abteil wurde als Behandlungsraum hergerichtet.

„Viele Flüchtlinge sind erkältet und hatten teilweise Fieber", so Holger Frieß, Einsatzleiter des BRK-Teams. „Die Anwesenheit von Frau Dr. Nüllen war sehr hilfreich, da dadurch direkt Medikamente verabreicht werden konnten", so Frieß weiter.

 

Auch ein Reporter des Bayerischen Hörfunks, der selbst syrischen Migrationshintergrund hat, war an Board und konnte als Dolmetscher übersetzen.

 

Die Flüchtlinge wurden mit Wasser und Sandwiches versorgt. Sie waren müde, aber sehr glücklich nun in Sicherheit zu sein.

 

Viele hatten nicht ausreichend Kleidung dabei, lediglich ihr Hab und Gut von der Flucht, aber mit Hilfe der Rettungsdecken konnte der Kälte entgegengewirkt werden.

Der Sonderzug kam in den frühen Dienstagmorgenstunden um 4.37 Uhr in Düsseldorf an, wo erstmal alle mit warmer Suppe und Tee verpflegt wurden.

Von dort aus wurden die Asylbewerber mit Bussen der Bundeswehr in eine Aufnahmeeinrichtung befördert.

 

Müde, aber sehr zufrieden startete um 6 Uhr die Rotkreuz-Mannschaft wieder mit der Bahn Richtung Aschaffenburg. Nach der Ankunft wurden sie am Aschaffenburger Hauptbahnhof von Edwin Pfeifer, Kreisgeschäftsführer, empfangen.

 

Mit Eindrücken erfüllt endete ein außergewöhnlicher Einsatz heute Morgen um 9 Uhr.

 

„Man konnte direkt helfen und die Menschen waren so dankbar", so Frieß nach der Ankunft. Dr. Marion Nüllen betonte hierbei die spürbar große Anteilnahme und Hilfsbereitschaft der Bevölkerung vor Ort.

 

Außerdem bedankt sich Frieß herzlich bei den Einsatzkräften für die geleistete Arbeit. Alle waren glücklich nach fast 30 Stunden Einsatz in ihre Betten zu kommen.

 

 

Folgende Einsatzkräfte des BRK-Kreisverbandes Miltenberg-Obernburg waren dabei:

  • Dr. Marion      Nüllen (Anästhesie)
  • Florian      Keil (Rettungsassistent)
  • Holger      Frieß (Rettungssanitäter)
  • Tobias      Feser (Sanitäter)

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